Eine NaturFreunde-Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe "Treffpunkt i"
Luftfahrt, Klimakrise und Luxustourismus – um soziale und ökologische Ausbeutung im Massentourismus geht es beim nächsten „Treffpunkt i“ am 24. Februar um 19:00 Uhr. Bei dieser digitalen Veranstaltungsreihe stellt der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands auf Zoom zentrale Positionen zur Diskussion – und lädt Mitglieder und Interessierte herzlich zum Mitdiskutieren ein.
Und darum geht es konkret:
„Staatlich hoch subventionierte Luftfahrtgesellschaften und Großflughäfen sind Treiber des Overtourism. Plattformen wie Airbnb oder Booking haben nichts mit Couchsurfen zu tun, sondern beuten öffentliche Güter für ihre Profitinteressen aus, ohne selbst etwas zur Infrastruktur beizutragen", kritisiert Hans-Gerd Marian, Mitglied des NaturFreunde-Bundesvorstands.
"Die Tourismusmarketingorganisationen des Bundes und der Länder fördern Ausbeutung und ökologische Zerstörung. Parteiübergreifend erfüllen Tourismuspolitiker*innen in einem für Korruption anfälligen Bereich der Tourismuslobby fast jeden Wunsch: Fördermittel, Steuersenkungen und Deregulierung am Arbeitsplatz. Die Zeche zahlen die Beschäftigten und wir alle“, führt Marian weiter aus.
Thema: Ausbeutung im Massentourismus
Referenten: Hans-Gerd Marian und Uwe Hiksch (Mitglieder des NaturFreunde-Bundesvorstands)
Hier geht es zur Anmeldung.
Klar ist: Die heutige Form des Tourismus führt zur massiven Zerstörung der Umwelt und negativen sozialen Entwicklungen. Durch die Zunahme des Flugverkehrs wird das Klima geschädigt, der Luxustourismus dringt in immer entlegenere Regionen vor und zerstört gewachsene Strukturen. Durch den hohen touristischen Verbrauch an Energie, Rohstoffen, Land und Wasser werden die Ökologie und die Umweltbedingungen für die dort Lebenden immer weiter zerstört.
Kapitalistische Verwertungsinteressen führen zu sozialen Spannungen
Insbesondere die kapitalistischen Verwertungsinteressen der Luftfahrt- und der Plattformindustrie sind dabei zum Treiber der Tourismusentwicklung geworden. Auch in den urbanen Großräumen hat der Tourismus zu einer Zunahme von sozialen Spannungen geführt. Begriffe wie „Overtourism“ oder „Touristification“ beschreiben die Veränderung von Wohnvierteln und Städten in touristische Konsumzonen.
Uwe Hiksch, ebenfalls Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands sowie im Landesvorstand der NaturFreunde Berlin sagt: „Die Berliner Landesregierung setzt auf einen stetig wachsenden Tourismus als Wirtschaftsfaktor. Hierfür werden neue Hotels genehmigt, die touristische Infrastruktur entwickelt und eine Gentrifizierung der Berliner Kieze in Kauf genommen. Die NaturFreunde Berlin kritisieren diese Entwicklung seit vielen Jahren und haben eine Reihe von alternativen Positionen für eine nachhaltige und soziale Entwicklung der Stadt vorgelegt. Mit ihrer Forderung im S-Bahn-Ring von Berlin keine neuen Hotels mehr zu genehmigen, haben sie dazu beigetragen, eine intensive Debatte über die Auswirkungen des Tourismus in Berlin anzustoßen.“
Kurz vor der Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2026 werden Hans-Gerd Marian und Uwe Hiksch bei diesem "Treffpunkt i" die Auswirkungen des Tourismus aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, Alternativen aufzeigen und die Forderungen der NaturFreunde erklären. Während Uwe Hiksch die Auswirkungen des Tourismus auf Berlin fokussiert, erklärt Hans-Gerd Marian die Auswirkungen des Tourismus am Beispiel Spaniens, dessen Tourismusstrategie Nachhaltigkeit reklamiert, aber Wachstum meint und zunehmend Nachahmer findet.
Warum sich die NaturFreunde mit Tourismusproblemem beschäftigen?
Die NaturFreunde wurden 1895 als „Touristenverein Die Naturfreunde“ gegründet. Man wollte soziale und ökologische Gerechtigkeit, in der Freizeitgestaltung nicht nur für die Reichen und bürgerlichen Schichten möglich sein sollte, sondern für alle Menschen. Schnell erkannten die NaturFreunde, dass der sich entwickelnde Massentourismus auch eine deutliche Veränderung und letztlich Zerstörung der Natur mit sich bringt. So begannen sie eine veränderte Form des Tourismus zu entwickeln und bezeichneten ihn als „ökologischen Tourismus“ oder auch „sozialen Tourismus“.
Die heutige Form des Tourismus führt zur massiven Zerstörung der Umwelt und negativen sozialen Entwicklungen. Durch die Zunahme des Flugverkehrs wird das Klima geschädigt, der Luxustourismus dringt in immer entlegenere Regionen vor und zerstört gewachsene Strukturen. Durch den hohen touristischen Verbrauch an Energie, Rohstoffen, Land und Wasser werden die Ökologie und die Umweltbedingungen für die dort Lebenden immer weiter zerstört.

